Das Wort “Kumihimo” kann man ungefähr mit “geflochtene Schnur” übersetzen. Von all den traditionellen japanischen Handwerkskünsten ist es wohl die unbekannteste. Das mag auch darin liegen, daß die Kumihimo-Arbeiten oftmals klein, fein und unauffällig sind. Sie leisten jedoch eine wichtige Funktion für einen zentralen Bestandteil des traditionellen Kimonogewands: den „obi“, ein weites Tuch. Dieser obi wird von einem “obijime”, ein geflochtener Gürtel, gehalten.


Kimono enchantmentphoto © 2010 Bruno Cordioli | more info (via: Wylio)


Flechtwerk wird auch zu anderen Gelegenheiten in Japan getragen. Die Dekoration von festlichen Gegenständen oder von Möbeln (wie z.B. Spiegeln) ist eine der vielen Anwendungen. Auch bei der Teezeremonie werden geflochtene Bänder benutzt, um das Gefäß, in dem der Tee aufbewahrt wird, zu schmücken. An einem Gefäß kann das Band sogar als Siegel dienen, indem ein schwer zu reproduzierenden Knoten zum Verschließen verwendet wird. Auf diese Weise können Versuche entlarvt werden, den Tee zu vergiften.
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