Mein Beitrag zum Nō-Theater hat zwar bereits einen Überblick über diese besondere japanische Kunstform gegeben, dennoch möchte ich noch einmal zu diesem Thema zurückkommen. Auf einen der faszinierendsten Aspekte des Nō-Theaters bin ich nämlich noch gar nicht ausgiebig eingegangen: Die wunderschönen Masken. Deshalb werde ich das hiermit nachholen.
 

Noh Theater Mask © by JoshBerglund19



Die Masken und Kostüme sind sehr von der Handlung des Stücks abhängig. Es gibt göttliche Dramen um mythologische Gestalten, männliche um Krieger, weibliche um schöne Frauen und Liebe sowie Dramen um Ungeheuer und aktuelle Ereignisse. Bei den göttlichen Dramen gibt es immer eine himmlische Gestalt, die sich am Ende des Dramas offenbart, während bei männlichen Dramen der Krieger am Ende seiner Heldentaten stirbt. Jede der Handlungstypen hat unterschiedliche Helden. Die Götter, Krieger, Hexen etc. treten natürlich auf ganz verschieden Art auf. Nicht alle Charaktere tragen Masken. Die Masken werden Nō-men (能面) oder Omote (面, „Gesicht“) genannt. Es gibt um die 250 verschiedenen Arten von Masken, mit denen die unterschiedlichsten Charaktere dargestellt werden könne. Es werden jedoch nur 60 der 250 Maskentypen regelmäßig benutzt.

Wenn ein erwachsener Mann dargestellt wird, trägt der Schauspieler nie ein Maske. Für alle anderen Charakter ist dies jedoch notwendig, da (wie schon im letzten Beitrag erwähnt) alle Charaktere von Männern gespielt werden. So werden Frauen, Ungeheuer, Greise und Göttern durch Masken symbolisiert. Die Masken sind äußert kunstvoll angefertigt. Sie sind meistens aus japanischer Zypresse geschnitzt. Sie sind im Verhältnis zum Kopf ein wenig kleiner, so daß der Körper der Schauspielers größer wirkt und das Gesicht anmutiger. Die Masken sind leider ein wenig zu teuer, um sich ein paar davon anzuschaffen, dennoch konnte ich nicht widerstehen und habe mir von meinem letzten Japanaufenthalt eine mitgebracht.