Nachdem ich bereits soviel zur Shamisen geschrieben habe, möchte ich abschließend noch etwas über die Spieltechnik schreiben. Wie es bei seiner Ähnlichkeit zum Banjo und zur Gitarre nicht verwunderlich ist, wird das Shamisen auch wie diese Instrumente gespielt. Die Saiten werden also gegriffen und mit einem Plektrum angeschlagen oder mit der Hand gezupft. Manchmal werden die Saiten auch mit der Hand angeschlagen. Um besser mit der Hand über den Steg gleiten zu können, wird häufig eine Daumensocke angezogen.
 

shamisen (front) and shakuhachi (back) © by Ali San



Meistens begleitet das Shamisen eine Gesangsstimme. Besonders ist hier, daß es zwar die gleiche Melodie spielt, aber um einen Schlag zur Gesangsstimme versetzt ist. Damit entsteht eine interessante Spannung aus Versatz und Harmonie. Da der Korpus beim Spiel der Saiten mitangeschlagen wird, nimmt das Shamisen eine stark rhythmische und perkussive Rolle ein.

Die Saiten des Shamisen werden in der Regel in folgenden Stimmungen gespielt:

  • Bei honchosi werden die hohe und die tiefe Saite im Oktavabstand gestimmt, die mittlere eine Quarte über der tiefen.
  • Bei Ni Agari wird die mittlere Saite dagegen eine Quinte über der unteren gestimmt.
  • Bei San Sagari werden schließlich alle Saiten im Quartabstand gestimmt.

Gestimmt wird nicht absolut, sondern relativ zum Stimmregister des Sängers. Honchoshi ist im Prinzip die Standardstimmung, während Ni Agari für einen fröhlichen und San Sagari für einen melancholischen Ausdruck dienen. Besonders effektvoll ist das Wechseln der Stimmung während des Spiels z.B. von honchosi in niagari. Viele Japaner verbinden mit dem Klang der Shamisen Kindheitserinnerungen. Tatsächlich klingt das Shamisen sehr beruhigend und läßt den Zuhörer sofort von Japan träumen.