Kumihimo und Flechten
15 Nov
Die Zahl der Deutschen, die mit dem Begriff Nō-Theater (jap. 能) etwas anfangen können, dürfte sich wahrscheinlich in engen Grenzen halten. Von denen, die damit vertraut sind, werden sich wohl wiederum nur einige wenige wirklich dafür begeistern können.In der Tat ist diese Art des Theaters für Europäer äußert ungewohnt. Nicht nur die nahezu meditative Langsamkeit der Darbietung, sondern auch die sehr besondere Art des Sprechens werden viele Neulinge erstaunen oder verschrecken. Selbst viele Japaner, besonders die jungen, haben mit dem Nō Theater ihre Probleme. Wer sich jedoch aber einmal darauf eingelassen hat, wird sich der Faszination kaum noch entziehen können.
Die Entstehung des Nō-Theaters läßt sich sehr genau auf das 14. Jahrhundert datieren, als es von Kan’ami geschaffen wurde. Natürlich basierte diese Neuschaffung auf älteren Theaterformen, hatte jedoch seine ganze eigene Charakteristik. Anfangs waren die Autoren stets auch die Hauptdarsteller (Shite) der Stücke. In der Edo-Zeit durften nur Samurai Nō spielen und besuchen. Es gab dementsprechend für Nō Schauspieler einen erblichen Status als Samurai. In dieser Zeit entwickelten sich auch die fünf großen Schulen des Nō: 観世, Kanze; 宝生, Hōshō; 金春, Komparu; 金剛, Kongō und Kita, 喜多. Wer die Chance hat, die Stücke dieser Schulen zu sehen, sollte sich ein solches besonderes Erlebnis nicht entgehen lassen.
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