Nachdem der letzte Artikel das Shamisen sehr allgemein beschrieb, möchte ich diesmal etwas mehr ins Detail gehen. Der Korpus des Shamisen ist in der Regel aus Sandelholz oder aus Holz vom Maulbeerbaum, der Eiche oder der Quitte. Häufig sind Muster in das Holz geschnitzt, die dem Shamisen eine besondere Ästhetik verleihen, aber auch, wie bei der Violine, eine Einfluß auf den Klang haben. Das Holz wird mit Tierhaut bespannt. Meistens handelt es sich dabei um Katzenhaut, manchmal auch um Hundehaut. Zum Schutz der Haut wird ein weiteres Hautstück in Sichelform aufgeklebt, das beim Anschlagen der Saiten ein Aufscheuern der Korpushaut verhindern soll.
 

Shamisen © by mikecogh



Durch den Korpus wird ein etwa 88cm langer Hals gesteckt, der am unteren Ende des Korpus herausragt. Dieser Hals ist für den Transport des Instruments herausnehmbar. Je nach Durchmesser des Halses ergeben sich verschiedene Klangfarben. Je breiter der Hals desto dunkler klingt das Instrument. Die Palette reicht dabei vom dunklen futazao über chuzao zum hellen hosozao.

Zwischen den Wirbeln und dem Halsende werden die drei Saiten des Shamisen gespannt. Der Steg besteht aus zwei Teilen. Ein Teil verläuft zwischen Wirbeln und Korpus, der andere liegt über dem unteren Ende des bespannten Korpus. Der obere Steg besteht aus Metall, der untere aus Holz oder Elfenbein. Die unterste Saite verläuft neben dem oberen Steg, weil sie nicht gegriffen wird. Unter dem oberen Steg befindet sich nämlich eine Kerbe und eine Erhöhung, genannt Tal und Berg. Der Berg sorgt dafür, daß bei jedem Anschlagen der untersten Saite ein Schnarrton (sawari) entsteht, der den typischen Shamisenklang ausmacht. Dieser Ton erklingt auch, wenn die unterste Saite mit den gegriffenen Saiten mitschwingt.