Nachdem ich euch vor Kurzem bereits in die Hintergründe der Shakuhachi Musik eingeweiht habe, möchte ich euch heute ein weiteres faszinierendes Instrument der japanischen Kultur vorstellen: Das Shamisen. Mit „Shamisen“ wird ein Lauteninstrument bezeichnet, das drei Saiten besitzt. Es hat einen sehr langen Hals (weshalb es auch Langhalslaute genannt wird) und einen im Verhältnis sehr gedrungenen Körper. Es gibt unterschiedliche Größen des Instruments, je nachdem, für welchen Musikstil es angewendet werden soll.
Das Shamisen ist in Japan seit ca. 430 n. Chr. zu finden, während die Vorgänger des Instruments natürlich sehr viel älter sind. Im Gegensatz zu vielen anderen traditionellen japanischen Instrumenten ist die Popularität des Shamisen nach wie vor ungebrochen. So werden etwa in den populären Bühnenkünsten Bunraki und Kabuki zur Begleitung Shamisen eingesetzt.
 

Shamisen © by Joi



Die Verwendung des Shamisen ist auch abseits der Bühne sehr breit gefächert. Die Shamisen-Musik hat, abgesehen vom Adel, in allen sozialen Schichten eine lange Tradition vorzuweisen. Sowohl als Einzelinstrument als auch im Zusammenspiel mit anderen Instrumenten wird das Shamisen eingesetzt. In der Volks- und Kammermusik Japans ist es deshalb eines der häufigsten Instrumente. Dementsprechend vielseitig sind die Musikstile die darauf gespielt werden. Erlernen kann man die facettenreiche Musik zum Beispiel, wenn man ein Studium an der Tôkyô National University of Fine Arts and Music aufnimmt. Hier kann man sogar einen Abschluß als professioneller Shamisen Spieler erlangen. Tatsächlich ist das Niveau der Spieler im Japan der heutigen Zeit sehr hoch. In den nächsten Artikeln möchte ich deshalb ein wenig näher auf die Bauweise und Spieltechnik eingehen.