Kumihimo und Flechten
1 Nov
Japanische Farbholzschnitte sind eine Art Druckgraphik, deren Tradition in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ihren Ursprung fand. Einfarbige Holzschnitte gab es jedoch bereits im 8. Jahrhundert. Die japanischen Künstler zeichnen die meist stilisierten Figuren und Gegenstände mit klaren Linien und ohne Licht- und Schatteneffekte. Die so entstehenden Flächen werden entweder mit Farbe ausgemalt oder freigelassen.
Die Farbholzschnitte waren auch für die einfache Bevölkerung erschwinglich und erfreuten sich so großer Beliebtheit. Kunst war nun für jedermann zugänglich. Die Künstler waren jedoch an eine strenge Zensur gebunden und durften keine politischen Ereignisse oder bekannte Herrscherpersönlichkeiten darstellen. Vom Zentrum Edo verbreiten sich die Farbholzschnitte im ganzen Land. Später wurden sie auch in anderen Städten produziert. Bilder von Schauspielern des Kabuki-Theaters, Edelprostituierten, Geishas und Sumoringern wurden von ihren Verehrern gesammelt.
Seit Beginn des 20. Jahrhunderts werden die Holzschnitte ukiyo-e hanga, also Drucke von Bildern der fließenden Welt genannt, da sie auch typische Lebensumstände der jeweiligen Regionen zeigten. Doch auch Landschaften, berühmte Städte, Pflanzen und Tiere sowie historische Ereignisse wurden abgebildet. Um die Zensur zu umgehen und trotzdem das Leben reicher und berühmter Personen darzustellen, wurden zum Beispiel Szenen aus dem Roman Genji Monogatari gewählt. Doch auch scherzhafte Bilder, Andachtsbilder, Brettspiele samt Zubehör, Bilderdrucke für Kinder, Märchen- und Legendenbilder sowie Bilder der Schutz- und Glücksgottheiten sind unter den vielfältigen Themen zu finden.
Japanische Farbholzschnitte übten in Europa großen Einfluß auf die impressionistischen Künstler wie Vincent van Gogh und Paul Gauguin sowie die Plakatmalerei den Jugendstils aus.
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